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Zungenpiercings – cool und schädlich

09.November 2016 Patrick_K
Zungenpiercings – cool und schädlichDatum der Ankündigung : Nov 9 , 2016

Piercings sind schon seit längerer Zeit ein Trend, der vor allem junge Leute anspricht. Mögliche Gefahren werden dabei häufig außer Acht gelassen. Dabei gibt es gerade bei solchen Piercings, bei denen die Stecker in den Mundraum eingebracht werden, gleich mehrere Risikofaktoren. Für Jugendliche und Eltern haben wir einige Punkte zusammengetragen, die bei diesem Thema bedacht werden sollten.

Infektionsgefahr

Beim Piercen besteht grundsätzlich eine Infektionsgefahr, die einerseits durch den Vorgang des Stechens selbst, andererseits durch den metallischen Fremdkörper entsteht. Daher gilt: Begutachten Sie ein Piercingstudio vor dem Termin zum Stechen hinreichend auf rein äußerliche Hygienestandards. Bei kleinsten Anzeichen von Verunreinigungen sollte unbedingt ein anderes Studio aufgesucht werden. Anschließend sollten Sie sich vor Ort umfassend über den Ablauf und mögliche Risiken aufklären lassen. Nur so können Sie ein Gefühl dafür bekommen, ob das Personal ausreichend geschult ist. Das Piercen hat üblicherweise unter Hygienebedingungen zu erfolgen, die dem Standard für ambulantes Operieren entsprechen. Ein Restrisiko besteht jedoch immer.

Schäden am Zahnschmelz

Die Zunge wird permanent bewegt – beim Sprechen, beim Kauen und vor allem beim „Herumspielen“ mit dem Piercing im Mund. Dabei kommt der Metallstecker ständig mit den Zähnen in Kontakt, woraufhin sich stellenweise Haarrisse im Zahnschmelz bilden können. Die Zähne werden angreifbarer und empfindlicher, die Kariesgefahr wird größer.

Was ist mit Lippenbändchen- und Lippenpiercings?

Die Risiken durch Lippenbändchen- und Lippenpiercings gestalten sich, bedingt durch ihre Lage im Mundraum, etwas anders. Auch dabei kann der Zahnschmelz geschädigt werden. Allerdings besteht hier ein noch größeres Problem aufgrund des permanenten Drucks, den der Stecker auf das Zahnfleisch ausübt. Dies kann langfristig zu einer Rückbildung des Zahnfleisches führen, wodurch schlimmstenfalls Zahnhälse freigelegt werden können. Kälte- und Luftempfindlichkeit sind erste Folgen. Eine zahnmedizinische Behandlung ist dann in aller Regel unabdingbar.

Grundsätzlich kann – aus zahnmedizinischer Sicht – nicht zu einem Zungen- oder Lippenbändchen- bzw. Lippenpiercing geraten werden. Dagegen sprechen sowohl Infektionsgefahren als auch mögliche Schäden an Zähnen und Zahnfleisch, die ein vermeidbares Risiko darstellen. Sollten Sie dennoch bereits ein solches Piercing haben oder sich eines wünschen, so sind regelmäßige Kontrollbesuche bei Ihrem Zahnarzt umso mehr anzuraten. Nur so können sich abzeichnende Schäden frühzeitig erkannt werden.

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